Dobermannzwinger vom Oldenburger Land

Werner Faube

Leipziger Straße 10

26209 Hatten


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Apolda-ein reizendes Städtchen in Thüringen, dem grünen Herzen unseres Vaterlandes! Nordwestlich des klassischen Weimar liegt es sanft hingestreckt an munteren Nebengewässern der Ilm.

Über seinen Dächern grüßt, von einer im Süden der Stadt gelegenen Anhöhe, das Stammschloß des Vitztums, das bereits am 15 Oktober 1963 in Besitz der Thüringischen Landesuniversität Jena überging. Seitdem liegt ein Hauch dieser angesehen jenensischen Geistestesstätte auch über Apolda.

Vor der Jahrhundertwende zählte Apolda als Hauptstadt im damaligen Herzogtum Sachsen-Weimar etwa 20.000 Einwohner. Sie waren zu einem großen Teil in der örtlichen Fabrikation von Wollwaren, Maschinen und in Gießereien beschäftigt.


Historische Aufnahme von Apolda

Alljährlich gab es damals auf dem Marktplatz dieser Stadt ein Fest besonderer Art.

Es war der weit über die Thüringer Grenzen hinaus bekannte Hundemarkt. Seit 1863 wurde er alljährlich 8 Tage nach Pfingsten abgehalten und vom "Verein zur Veredelung von Hunderassen für Thüringen" geleitet. Die Zielsetzung des Vereins war umso verständlicher, als es damals in Deutschland noch keine Gemeinschaft zur Förderung irgendwelcher Hunderassen gab. Rassehunde waren im Allgemeinen selten, und  die Zucht solcher Tiere stand nicht in hohem Ansehen.

Die Hunde, die man auf den Strassen unserer Heimat sah, waren meist Kreuzungen der landläufigen Gebrauchshunde, die bei Schäfer, Jägern, Fleischermeistern usw. ihren Helferdienst verrichteten. Wenn also der Apoldaer Verein sich vorgenommen hatte ,die Hunde in ihrem Rassewert zu veredeln, so verfolgte er gleichzeitig das sehr beachtliche Ziel ,den Hundehaltern den Blick für das Rassige, Schöne zu schulen, zu schärfen und darauf hinzuwirken ,dass die Freude des Hundes in ihrer Wahl des vierbeinigen Hausgenossen höhere Ansprüche an seinen Rassewert stellt.

Nichts konnte hierbei so helfend einwirken wie Ausstellungen von Hunden, die also in Apolda erstmalig in Form öffentlicher Verkaufsmärkte abgehalten wurden.


Hundemarkt in Apolda

Die Stadtverwaltung hatte anscheinend auch den Wert solcher Märkte erkannt, zog er doch vielerlei Fremde in ihre Mauern, so dass sie den Marktplatz kostenfrei zur Verfügung stellte und außerdem auf das Standgeld von 50 Pfennigen je Hund zugunsten des veranstaltenden Vereins verzichtete. Die zum Verkauf gestellten Hunde waren in Gebrauchsklassen eingeteilt. Je nach seinem Begehr konnte der Kauflustige sich einen Hund unter den "Luxus-, Jagd-, Fleischer- und Schäferhunden" aussuchen.


Hundemarkt in Apolda (Holzstich)

Der Markt dauerte von früh 8 Uhr bis mittags 1 Uhr, wobei die Besucher meist noch durch fröhliche Weisen einer Musikkapelle unterhalten wurden. Solch ein Apoldaer Hundemarkt war "mehr Hundefest als Hundeausstellung", denn alle Besucher sprachen dem Bier ebenso zu wie den schon damals begehrten Thüringer Rostbratwürsten. Die Stimmung wurde an solchen Tagen besonders noch durch Umzüge mit Hunden, Trachten und Kapellen gesteigert. Den Höhepunkt dieses Sonntags nach Pfingsten bildete aber der Mittags-Kommers, an dem die von Jena herüberkommenden Studenten mit ihren bunten Mützen eine nicht unwichtige Rolle spielten. Der Hundemarkt war also ein besonders frohes Volksfest, an dem jung und alt teilnahm.


Um einen kleinen Einblick in den Hundemarkt selbst zu geben, sei hier ein Abschnitt eines Berichterstatters aus dem Jahr 1882 wiedergegeben, den Alois Miller, Schmiechen, in der Montagszeitung "Unser Dobermann", Nr. 9 1953, veröffentlichte:
 ".....In dem Raum, bezeichnet "Luxushunde", befanden sich u.a. vier große Pinscher (zwei davon recht gut), in Nr.2 fand ich einen sehr guten, glatthaarigen, deutschen, weiß und braun getigerten Hund mit braunen Behang, stark und gut gebaut. Auch zwei braune Recken waren als deutsche anzusprechenden, während die übrigen - darunter vier mausgraue (diese Farbe war bei Jagdhunden um 1860 herum aufgekommen) - sämtlich mehr oder weniger fremdes Blut hatten, mit meist überwiegend deutschen Typus. Dann folgte ein grauer Vorstehhund mit ausgesprochen deutschen Äußeren, doch zu starker Rute und großen, roten Tränenwinkeln. Ferner eine Hündin, jährig, von ansprechenden Äußeren und ein Wurf von zwei schönen Jungen, alles aus demselben Zwinger, das Beste, was ich an grauen Hunden sah. Der Züchter behauptete, die Hündin durch mehrere Generationen zu kennen, teilweise zu besitzen und hält sie für konstant. Im anderen Zwinger waren zwölf Haushunde untergebracht, bis auf einen Pinscher lauter Schund....."

Über die ersten Verpaarungen, die zur Schaffung des Dobermannschen Hundes beitrugen, gibt Otto Göller, Apolda, gewisse Hinweise. Er gehörte zu den Züchtern der Anfangszeit und gründete 1899 den ersten "Dobermann-Pinscher-Klub"......

Als geschichtlich sicher ist festzuhalten, dass Louis Dobermann eine mausgraue Hündin besaß, die auf den zu dieser Zeit in Thüringen viel verbreiteten Rufnahmen "Schnuppe" hörte. Sie soll nun nach Göller ebenso wie ihre Nachkommen mit Kreuzungen aus Pinschern, Fleischerhunden, Jagdhunden- und Schäferhunden gepaart worden sein. In den Jahren 1870 bis 1880 soll Dobermann, wie uns einer seiner Söhne überliefert hat, mehrfach eine bereits schwarzrote Hündin namens "Bisart" zur Zucht benutzt haben. Eine ihrer Töchter -zitiert nach Alois Miller-, die den Namen "Pinko" trug und wegen ihrer angeborenen Stummelrute von Dobermann zur Zucht weiter verwendet wurde, hatte erstmalig schieferblaue Welpen gebracht. Der Versuch, aus dieser Hündin nach Paarung mit einem geborenen Stummelschwanz-Rüden ebensolche Nachzucht zu erhalten, verlief negativ, wenn man davon absieht, dass in den folgenden Würfen nur hin und wieder einige Welpen mit kurzen Ruten geworfen wurden.

Das Dobermann-Denkmal befindet sich in der Teichgasse zwischen dem Alexander-Puschkin-Platz und dem Darrplatz. Es ist der Hunderasse "Dobermann" und seinem Züchter und Namensgeber Karl-Friedrich-Louis Dobermann (1834 - 1894) gewidmet und ist das einzige Dobermann-Denkmal in Europa. Das Denkmal stellt eine Dobermannfamilie dar. Der Entwurf stammt von der Bildhauerin Kerstin Stöckel aus Kapellendorf.


Die Züchtung dieser Rasse reicht in das Jahr 1860 zurück. Der Apoldaer Karl Friedrich Louis Dobermann war als strebsamer und fleißiger Mensch bekannt. Er verdiente sein Geld als Abdecker, Hundefänger, Polizeidiener und Vollzugsbeamter. Auf seinen Dienstgängen begleiteten ihn stets scharfe und folgsame Hunde, von den Apoldaer Bürgern "Dobermannsche Hunde" genannt. Die damaligen Dobermannschen Hunde hatten noch keine Ähnlichkeit mit dem heute bekannten Dobermann. Mit der Zucht und dem Verkauf von Hunden versuchte er lediglich sein Einkommen zu erhöhen.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts entstand durch Einkreuzung von Greyhound, Manchester – Terrier, Pinscher, Jagdhund und Deutscher Dogge der Dobermannpinscher. Nach dem Tod von Louis Dobermann setzten seine Freunde Göller, Tischler und Krumbholz seine Arbeit fort und werden seither als Initiatoren der Dobermannzucht bezeichnet. Im Zuge des 1899 in Apolda durchgeführten Hundemarktes wurde der erste deutsche "Dobermannpinscher – Klub" gegründet. Ab 1899 wurde die Zucht nur noch nach bestimmten Zuchtrichtlinien betrieben.


Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden neue Vereine und Klubs. In ihnen organisierte sich die immer größer werdende Züchtergemeinde. Von Apolda und anderen Zuchtgebieten wurde der Dobermann verbreitet und im hohen Maße exportiert, wodurch er in allen Erdteilen schnell bekannt und gezüchtet wurde. Zur Erinnerung an das Wirken von Karl-Friedrich-Louis Dobermann und an die Gründung des Dobermann-Vereins vor mehr als 100 Jahren wurde am 11. September 1999 das Dobermann-Denkmal feierlich enthüllt.



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