Dobermannzwinger vom Oldenburger Land

Werner Faube

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Oldenburg (niederdeutsch: Ollnborg, saterfriesisch: Ooldenbuurich) ist eine kreisfreie Stadt in Niedersachsen. Nach der Hauptsatzung der Stadt lautet ihr Name Oldenburg (Oldb). Das Statistische Bundesamt führt sie unter dem Namen Oldenburg (Oldenburg).

Die Universitätsstadt und ehemalige Residenzstadt bzw. Hauptstadt der Grafschaft, des Herzogtums, des Großherzogtums, des Freistaates und des Landes Oldenburg – daher auch der Zusatz (Oldb) im Namen der Stadt – ist mit 160.000 Einwohnern nach Hannover, Braunschweig und Osnabrück die viertgrößte Stadt sowie eines der Oberzentren des Landes Niedersachsen. Oldenburg war bis zum 31. Dezember 2004 Sitz des Regierungsbezirks Weser-Ems. Er wurde mit diesem Datum – wie auch alle anderen Regierungsbezirke in Niedersachsen – aufgelöst. Seitdem ist Oldenburg Sitz einer Regierungsvertretung des Landes Niedersachsen.

Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt 1945 die Großstadt-Grenze von 100.000 Einwohnern.

Oldenburg gehört seit April 2005 zur europäischen Metropolregion Bremen/Oldenburg, einer von insgesamt elf europäischen Metropolregionen in Deutschland.

Am 28. Februar 2008 verlieh der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft Oldenburg den Titel „Stadt der Wissenschaft“ des Jahres 2009.


Lage

Oldenburg liegt an der Stelle, wo die Delmenhorster Geest im Südosten in die Oldenburger Geest im Nordwesten übergeht. Westlich hiervon breiten sich die weiten Moore der Leda-Jümme-Moorniederung aus, östlich davon das Marschland der unteren Hunte. Moorgebiete gibt es auch im Nordosten der Stadt. Der größte Teil Oldenburgs befindet sich nordwestlich des Flusses; die Innenstadt liegt an der Mündung der Haaren in die Hunte.

Die Innenstadt ist von der Huntemündung bei Elsfleth 23,5 km und von der offenen Nordsee ca. 90 km entfernt. Die Stadt Oldenburg liegt im Zentrum des Oldenburger Landes im westlichen Niedersachsen.

Die nächsten größeren Städte sind Bremen, etwa 45 km östlich, Wilhelmshaven, ca. 50 km nördlich, Osnabrück, ca. 100 km südlich, Hamburg, ca. 170 km nordöstlich, und Groningen, ca. 110 km westlich Oldenburgs.

Gründung und Mittelalter

Die Geschichte Oldenburgs begann nach den Ergebnissen archäologischer Ausgrabungen im 8., vielleicht schon im 7. Jahrhundert n. Chr. Auf einem Geestsporn im Ammergau nahe einer Furt über die Hunte entstand im Bereich des heutigen Marktplatzes sowie nördlich und östlich davon eine bäuerliche Siedlung. Wer auf der Handelsstraße von Bremen oder Westfalen nach Jever unterwegs war, fand hier einen leichten Übergang über den Fluss. Im Jahr 1108 wurde der Ort unter dem Namen Aldenburg erstmals urkundlich erwähnt. Im 12. Jahrhundert nutzten die Grafen von Oldenburg die günstige topographische Situation zum Bau einer Wasserburg. Der Graf erhob einen Zoll, konnte in Kriegszeiten diesen Durchgang aber auch versperren. Die Burg war aber nicht nur Durchgangs-Station für Reisende, sondern auch Verwaltungsmittelpunkt der Grafschaft, und ihr Umland wurde für viele Angehörige der Verwaltung bald zum Zuhause.

1345 erhielt die im Erzbistum Bremen gelegene Siedlung, die mittlerweile Oldenburg hieß, von Graf Konrad I. Bremisches Stadtrecht. Sie bekam eine bessere Befestigung, ein extrem breiter Stadtgraben umgab die Mauer. Fünf Stadttore kontrollierten den Zutritt zur Stadt mit ihrem an einen Wappenschild erinnernden Grundriss: Im Westen das Obristen- oder Everstentor, im Nordwesten das Haarentor, im Nordosten das Heiliggeisttor, im Osten das Stautor und im Süden das gewaltige Dammtor. Dieser Doppeltorbau mit zwei Flankenrundtürmen (1518) und Zugbrücke über den Stadtgraben lag südlich der Ringburganlage mit ihrem eigenen Wassergraben. Der Graf sorgte für Schutz vor Räubern und es ging wirtschaftlich aufwärts.

1448 wurde Graf Christian von Oldenburg König von Dänemark und 1450 zudem König von Norwegen (Personalunion beider Königreiche). 1457 wurde er außerdem noch zum König von Schweden gewählt. 1460 wurde er dann noch Herzog von Schleswig und Graf von Holstein (ab 1474 Herzogtum). Das kleine Grafenhaus gewann damit überregionale Bedeutung, was Auswirkungen nach dem Tod des letzten Grafen Anton Günther hatte.

Graf Anton Günther, Dreißigjähriger Krieg 

1603 begann die Regierungszeit von Graf Anton Günther. Er ließ einen Teil der Burg im Barockstil umbauen und begann mit der Zucht von Pferden, die als „Oldenburger“ Pferde schon bald in aller Welt begehrt waren. Außerdem konnte der Graf die Stadt lange Zeit vor dem Grauen des dreißigjährigen Krieges bewahren. Als sich schließlich der Feldherr Tilly mit seinen Truppen auch auf Oldenburg zubewegte, drohten Plünderungen und Verwüstung, doch Graf Anton Günther konnte Tilly, dessen Truppen in Wardenburg ihr Lager hatten, durch Verhandlungsgeschick und wertvolle Pferdegeschenke dazu bewegen, wieder abzurücken.

Trotz einer so genannten Pestordnung fielen der Pest jede Woche 30 bis 40 Menschen zum Opfer. Im selben Zeitraum starb 1667 Graf Anton Günther und wurde in der Oldenburger Lambertikirche bestattet. Da er keine ehelichen Nachkommen hatte, wurde Oldenburg dem nächsten männlichen Verwandten zugesprochen, dem König von Dänemark. Somit war Oldenburg dänisch.

Dänische Provinz

Nach dem Rückgang der Pest schlugen 1676 eines Tages drei Blitze in Oldenburg ein. Die Stadt stand in Flammen und wurde fast völlig zerstört. Weil ihre Bewohner weder versichert waren noch Hilfe von ihrer damaligen Regierung bekamen, blieb vielen nichts anderes übrig, als zu Verwandten und Freunden außerhalb der Stadt und Region zu ziehen. Auf diese Weise verfielen das Schloss und die Stadt Oldenburg. Die vorhandenen Kunstgegenstände wurden nach Dänemark verbracht: Der dänischen Krone lag Oldenburg als Stadt offenbar nicht so sehr am Herzen, denn die Einwohner bekamen keine Hilfe, und der Wiederaufbau war somit sehr mühsam und dauerte Jahrzehnte. Die Einwohnerzahl sank bis Mitte des 18. Jahrhunderts auf 3.000. Als militärischer Vorposten war Oldenburg für Dänemark offenbar von größerer Bedeutung, denn die Stadt wurde auf Befehl der dänischen Krone mit Festungsanlagen versehen, den heutigen Wallanlagen. Die Einwohner Oldenburgs und der umliegender Ortschaften wurden zum Bauen zwangsverpflichtet.

Herzogtum

Die Herrscherhäuser Deutschlands, Dänemarks und Russlands waren miteinander verwandt, entsprechend wechselte die Zugehörigkeit Oldenburgs immer wieder. 1773 übernahm das Haus Holstein-Gottorp die Grafschaft, die somit Herzogtum wurde. Oldenburg wurde formell Hauptstadt des Herzogtums, doch der Wohnsitz von Herzog Friedrich August blieb weiterhin Eutin. Nach seinem Tod 1785 wurde dessen Neffe Peter Friedrich Ludwig Landesadministrator des Herzogtums, da der eigentliche Erbe Friedrich Augusts, Herzog Peter Friedrich Wilhelm, nicht regierungsfähig war. Peter Friedrich Ludwig erhob durch die Verlegung seines Wohnsitzes nach Oldenburg die Stadt wieder zur Residenz, die er im Verlauf seiner Regentschaft im klassizistischen Stil ausbaute. Es entstanden unter anderem die klassizistische Häuserzeile an der Huntestraße, das Lehrerseminar an der Wallstraße, die Infanteriekaserne am Pferdemarkt und das Prinzenpalais am Damm. Auch die Lambertikirche wurde in diesem Stil umgebaut. Als Landesvater legte Peter Friedrich Ludwig Wert auf den Ausbau des Bildungs- und Gesundheitswesens. Er selbst war vielseitig gebildet und engagierte sich auch in sozialen Belangen. Unter anderem rief er die „Ersparungskasse“ ins Leben und ermöglichte mit einer Basisfinanzierung die Grundlage zum Neubau eines Krankenhauses (Peter Friedrich Ludwigs Hospital), der aber erst nach seinem Tod realisiert wurde.

Während der französischen Annexion des Herzogtums Oldenburg unter Napoleon I. befand sich der Herzog im Exil. Die Stadt wurde von 1811 bis 1813 zur Mairie Oldenburg und Verwaltungssitz für das Département Wesermündung. In Oldenburg wurden neue Verwaltungs- und Rechtsvorschriften im Sinne des Code Napoleon eingeführt. Nach der Befreiung von der französischen Herrschaft wurden die alten Rechte wieder eingeführt, mit Ausnahme der Leibeigenschaft. Zum Wiener Kongress 1815 erschien Peter Friedrich Ludwig nicht persönlich, den dort an ihn angetragenen Titel „Großherzog“ nahm er nicht an.

Nachnapoleonische Zeit, Großherzogtum

1818 war Oldenburg zur „Stadt I. Klasse“ sowie Sitz eines Amtes geworden, im heutigen Sinne also eine „Kreisfreie Stadt“. 1833 wurde sie vorübergehend wieder als „Stadt II. Klasse“ klassifiziert, bevor sie 1855 erneut „Stadt I. Klasse“ wurde.

Nach dem Tod von Herzog Peter Friedrich Ludwig 1829 nahm dessen Nachfolger Paul Friedrich August den Großherzogstitel an. Während seiner Regierungszeit (bis 1853) gab es zahlreiche kulturelle Neuerungen. So wurde mit der Großherzoglichen Hofkapelle der Vorläufer des Oldenburger Staatsorchesters gegründet, auch das Theater bekam seinen Standort auf dem danach benannten Wallabschnitt. Das damals gegründete Großherzogliche Naturalienkabinett ist heute Bestandteil der Sammlung des Landesmuseums für Natur und Mensch. In diese Zeit fiel auch der Ausbau des Militärwesens, was in der Errichtung diverser Kasernenbauten auch im Stadtbild sichtbar wurde, wie z. B. die Militärakademie am Pferdemarkt (heute Standesamt) und die Artilleriekaserne an der Ofener Straße (heute Fachhochschule).

Revolutionsjahre 1848/1849

Die Revolutionsjahre von 1848 und 1849 verliefen in Oldenburg sehr gemäßigt. Am 2. März 1848 richtete der Stadtrat eine Adresse, die loyal und sehr bittend gehalten war, an den Großherzog, in der eine landständische Verfassung verlangt wurde. „Der Oldenburger verehrt und liebt mit unerschütterlicher Liebe sein angestammtes Fürstenhaus, er weiß, welchen Schatz er darin vor Vielen anderen voraus hat.“ Der Großherzog reagierte sehr zögerlich und machte nur ungenaue Versprechungen. Am 7. März erhielt der Stadtrat die Antwort des Großherzogs durch den Magistrat der Stadt. Diese enthielt wiederum nur vage Versprechungen und er ging auf den Wunsch die Verfassung von kundigen Männern besprechen zu lassen überhaupt nicht ein. Die Enttäuschung über das Verhalten des Großherzogs war beträchtlich und bereits am 8. März versammelten sich Handwerker, um über die Eingabe einer weiteren Petition zu diskutieren. Am 10. März wurden Deputationen aus Oldenburg und Jever persönlich beim Großherzog vorstellig und überreichten die von ihnen verfassten Petitionen. Dieser zeigte sich jedoch nicht bereit Zugeständnisse zu machen und nötigte dadurch die jeversche Deputation, welche entschlossen war ihre Forderungen durchzusetzen, dazu mit einem Aufstand zu drohen. Der Großherzog lenkte ein und versprach, eine Resolution zu erlassen. Am frühen Abend wurde das vom Großherzog erlassene Patent öffentlich verlesen. Er stimmte darin zu, erfahrenen Männern aus dem ganzen Lande ein Staatsgrundgesetz als Verfassungsentwurf vorzulegen. Er werde dazu eine Versammlung aus 34 von ihm zu bestimmenden Männern einen Entwurf vorlegen, über die diese beraten sollten. Die Begeisterung der Oldenburger war immens und dem Großherzog und seiner Familie wurde am selben Abend im Theater ein mehrfaches „Hoch!“ entgegengebracht und er musste auf eine Treppe treten um sich bejubeln zu lassen, welches ihm offensichtlich missfiel. Am 11. März wurde durch Erlass die Pressezensur aufgehoben. Dies hatte jedoch keine großen Auswirkungen, da schon zuvor kaum Einschränkungen bestanden. Am 24. März kam es in Oldenburg zu Krawallen durch Mitglieder der unteren Schichten in der Stadt. Hauptsächlich Lehrjungen und Gesellen rotteten sich vor dem Haus eines Obersts zusammen, zerstörten eine Laterne und warfen mit einem Stein. Dieser Aufruhr wurde von der Presse sehr negativ aufgenommen und verurteilt. Es erfolgte die Zustimmung des Großherzogs zur Volksbewaffnung und zur Schaffung einer Bürgerwehr, um weitere Zwischenfälle dieser Art zu unterbinden. Am 25. März wurden Flinten an Oldenburger Bürger ausgegeben und bereits am 26. März begann man mit Exerzierübungen. Im Februar 1849 wurde die Verfassung im konstituierenden Landtag angenommen.

Weimarer Republik und Zeit des Nationalsozialismus

1918 dankte der letzte Großherzog, Friedrich August, ab, und 1919 wurde Oldenburg Hauptstadt des Freistaates Oldenburg.

Bei den Landtagswahlen im Mai 1932 errang die NSDAP in Oldenburg die absolute Mehrheit. Damit war Oldenburg das erste Land im Deutschen Reich in der die NSDAP eine absolute Mehrheit errang. Während der Zeit des Nationalsozialismus 1933–1945 war Oldenburg Gauhauptstadt im Bereich Weser-Ems unter Gauleiter Carl Röver. 1933 wurde auch das Amt Oldenburg erheblich vergrößert und der neue Verwaltungsbezirk später als Landkreis Oldenburg bezeichnet. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 beteiligten sich Oldenburger SA-Truppen an den von der Reichsleitung der Nationalsozialisten befohlenen Ausschreitungen gegen die Juden, die später als Reichskristallnacht oder Novemberpogrome 1938 bezeichnet wurden. Die Synagoge und die jüdische Schule wurden niedergebrannt. Über Oldenburg wurden Juden deportiert. So wurden alle männlichen Juden der Stadt Emden über Oldenburg in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert, aus dem sie erst nach Wochen zurückkehren konnten. Es wurden zwischen 1938 und 1945 mindestens 74 Sinti der Stadt Oldenburg und Umgebung deportiert und im nationalsozialistischen Holocaust in Auschwitz, Birkenau und anderswo ermordet.

Im Zweiten Weltkrieg entstanden durch Luftangriffe auf Oldenburg nur relativ geringe Schäden. Oldenburg wurde insgesamt zu 1,4 % zerstört. Im Juni 1941 richtete ein Luftangriff Schäden im Bereich von Stau, Sophienstraße und Würzburger Straße sowie an der Bahnstrecke nach Leer an. Im September 1943 wurde die Landesbibliothek am Damm durch Bomben völlig zerstört, ebenso das Landgericht in der Elisabethstraße 7, das vollständig ausbrannte, sowie das Museum am Damm und die Reichsfinanzverwaltung am Damm Ecke Festungsgraben. Im April 1945 wurde Oldenburg das Opfer von vier größeren Luftangriffen: Georgenvilla, Ziegelhof und die Fleischfabrik der G.E.G. wurden zerstört. Schwer beschädigt wurden die Kasernen an der Ofener Straße und der Donnerschweer Straße sowie die Infanteriekaserne an der Cloppenburger Straße. Auch in den Wohnvierteln östlich der Cloppenburger Straße und um den Klingenbergplatz herum entstanden schwere Schäden. Bei einem Luftangriff am 21. April 1945 wurden Bahnhofsvorplatz, Hafen und das Gewerbegebiet im Osten der Altstadt zerstört. Auch die Kasernenanlagen in Kreyenbrück wurden im April/Mai 1945 zerstört. Während der Luftangriffe suchten viele Menschen in dem 1942/43 erbauten Hochbunker an der Moslestraße und in den hunderten, im gesamten Stadtgebiet verteilten splittersicheren kleinen Rundbunkern Schutz. In Oldenburg wurden im Zweiten Weltkrieg insgesamt 130 Häuser völlig zerstört.

Nachkriegszeit 

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 gehörte Oldenburg zur Britischen Besatzungszone. Die britische Militärverwaltung richtete in Oldenburg mehrere DP-Lager ein zur Unterbringung von bis zu 5.000 so genannten Displaced Persons. Die Mehrzahl von ihnen waren ehemalige Zwangsarbeiter aus Polen und dem Baltikum, aber auch nicht-deutsche Flüchtlinge aus den von der Roten Armee besetzten Gebiete. Die Lager Ohmstede, Wehnen, Sandplatz, Unterm Berg und Ammerländer Heerstraße bestanden über die Gründung der Bundesrepublik hinaus bis in die 1950er Jahre.

Auf dem Gelände des ehemaligen Rennplatzes in Ohmstede wurden Letten und Esten angesiedelt, von denen viele bis heute in Ohmstede verblieben sind. Diese Exilanten wollten einerseits nicht in ihre 1940 von der Sowjetunion okkupierte, ab 1945 wieder von Kommunisten regierte Heimat zurückkehren, andererseits aber auch nicht in ein Land der westlichen Kriegsgegner Deutschlands auswandern. 1960 wurden die Holzhäuser des „Lettenlagers“ abgerissen und nach und nach durch Geschosswohnungen ersetzt, in die allerdings nicht nur Exil-Balten einzogen. In den 1970er Jahren lebten noch ca. 300 Letten in Oldenburg. Die meisten der Letten und Esten, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Ohmstede lebten, und ihre Abkömmlinge blieben auch nach dem Zusammenbruch des Kommunismus und der Wiederherstellung der Souveränität des Staates Lettland im Jahr 1990 in Deutschland. Prominentester Exil-Lette, der im Ohmsteder Exil starb, war der ehemalige lettische General und spätere General der Waffen-SS Rūdolfs Bangerskis. Der lettische Komponist und Dirigent Bruno Skulte leitete nach 1945 in Oldenburg ein lettisches Opern-Ensemble.

Der Hochbunker an der Moslestraße wurde 1979 gesprengt und abgetragen.

Durch die Aufnahme von etwa 42.000 Flüchtlingen nach Kriegsende überschritt Oldenburg die Zahl von 100.000 Einwohnern und wuchs zur Großstadt heran. Ein Jahr später, 1946, wurde das Land Oldenburg auf Beschluss der englischen Besatzungsmacht Bestandteil des neuen Landes Niedersachsen und Oldenburg Sitz des „Verwaltungsbezirks Oldenburg“, eines der damals acht Regierungsbezirke des Landes Niedersachsen.

Neuzeit

1973 wurde nach Abschaffung der Pädagogischen Hochschulen in Niedersachsen die Carl-von-Ossietzky-Universität gegründet. Durch verschiedene Kreisreformen der 1970er Jahre wurde der Landkreis Oldenburg verändert. Aus dem Verwaltungsbezirk Oldenburg mit den Regierungsbezirken Aurich und Osnabrück entstand 1978 der Regierungsbezirk Weser-Ems mit der Hauptstadt Oldenburg. Trotz aller Verwaltungs- und Gebietsreformen blieb Oldenburg in jenen Jahren stets eine kreisfreie Stadt. 1988 wurde die Kreisverwaltung des Landkreises Oldenburg, die sich bis dahin in der Stadt Oldenburg befunden hatte, auf Beschluss des Kreistages nach Wildeshausen verlegt.




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